Best Practice SQL Setup in einer SharePoint Umgebung


Diesen Post habe ich heute auf www.sharepointadvent.de gepostet, ein Gemeinschaftsprojekt der deutschsprachigen MVPs. Ich will ihn euch nicht vorenthalten Zwinkerndes Smiley

Sehr oft wird SharePoint eingesetzt, ohne dass durchwegs bekannt wäre, welche Komponenten alle berücksichtigt werden müssen. Mit dem Begriff “SharePoint” wird dann vor Allem eine Office ähnliche Software gemeint, mit welcher man zusammenarbeiten kann.

Nicht weniger oft wird dann SharePoint mit weiter, weiter, Fertigstellen installiert, und damit hat sich’s dann. Best Practices werden zwar im Bereich AD, Windows Server usw. bereits vielerorts angewandt, aber SharePoint ist oft ein Buch mit sieben Siegeln. Auch dafür gibt es ganz viele Grundlagen, die man berücksichtigen muss. Auf eine dieser Grundlagen will ich heute eingehen.

Es gibt eine ganz einfache Grundregel im Bereich Performance und die heisst SQL Server langsam = SharePoint langsam. SharePoint ist eine Webapplikation und von dieser erwartet der Enduser eine Klick and Run Experience. Wenn er diese nicht erhält, dann wird sofort auf SharePoint geschimpft, obwohl das Problem in den meisten Fällen an einem anderen Ort liegt. Ein Frontend kann 15 bis 20’000 User bedienen mit einer 10% Concurrency. Heisst, alle Kleinen und mittleren Unternehmen könnten mit einem starken Frontend auskommen. Das zweite Frontend wird meist nur für die Ausfallsicherheit eingesetzt.

Wo liegt also oft das Problem? Primär an zwei Orten:

  1. Dem SQL Server
  2. Dem Disksubsystem

Es gibt Regeln, wie ein SQL Server aufgesetzt werden sollte, um die Performance zu erhöhen. Auch gibt es Regeln, wie ein Disksubsystem sein sollte, wenn man SharePoint Datenbanken darauf hosten will.

Der SQL Server

Hier ein paar Grundregeln, wie der SQL Server konfiguriert werden muss:

Beginnen wir einmal bei der Aufteilung der Datenbanken. Wir unterscheiden High und Low Traffic Datenbanken, verschiedene Zugriffsmuster und die Logfiles.

Die Suchdatenbank ist grundsätzlich die User DB mit dem grössten Traffic Read und Write. In grösseren Umgebungen macht es sinn, diese komplett in eine eigene Instanz auszulagern, um die restliche SharePoint Installation nicht zu gefährden. In kleinen bis mittleren Farmen kann diese auch in die normale SharePoint Instanz integriert sein. Grundsätzlich sollte aber in einer SharePoint Instanz nichts anderes laufen als SharePoint.

Stellen Sie sicher, dass Transaction Log, User DBs und die Temp DB auf eigenen LUNs in ihrem SAN liegen, d diese ein komplett unterschiedliches Zugriffsmuster haben. T-Log ist Sequential Write, User DBs sind verschieden: Content DBs sind Moderate Read und die Search ist Heavy Read/Write. Die Temp DB ist die schlimmste und ist Heavy Read/Write. Wenn nicht zumindest die Aufteilung wie oben erwähnt gemacht wird, werden sich die verschiedenen Daten gegenseitig ausbremsen.

Kommen wir zu den Einstellungen auf dem SQL Server:

Multiple Datafiles

Stellen Sie sicher, dass alle Datenbanken auf mehrere Datenfiles aufgeteilt sind. Dies erhöht die Performance erheblich. Erstellen Sie die DBs per Script und nicht per “Create New Content DB” Button. Details dazu in meinem nächsten Post später im Advent.

Fill Factor auf 70% setzen

Diese Einstellung stellt sicher, dass Ihr Index weniger schnell fragmentiert. Wenn neue Datensätze eingefügt werden müssen, so werden diese in die leeren 30% eingefügt. Normalerweise ist der Fillfactor auf 100% und somit fragmentiert der Index beim ersten Insert. Jede Fragmentierung verlangsamt den SQL Server

T-Log Backup alle 15min bis max. 24h

Dies ist weniger ein Performance Issuer als ein Platzfresser. SharePoint Datenbanken sind per Standard auf Fullrecovery Mode eingestellt. Wenn Sie keine Log Backups machen, wird Ihnen das Logfile unter Umständen immer weiter wachsen. Ein Logbackup stellt sicher, dass alles in die DB geschrieben wurde und gibt das Log frei zum überschreiben. Zudem haben Sie eine zusätzliche Sicherheit zu Ihren Backups im Desasterfall.

Disable Boost SQL Server Priority

Diese Einstellung verleitet oft zum einschalten, ist aber im SharePoint Umfeld aufgrund der speziellen Konstellation von SharePoint eher hinderlich.

Max Degree of Parallelism 1 (für SharePoint only Instanzen)

Hier wird geregelt, wie viele Threads gleichzeitig für eine Query auf die Prozessoren verteilt werdne. Normalerweise ist die Einstellung auf 0, und der SQL entscheidet. Für SharePoint ist es besser, wenn eine Query immer nur auf eine Thread läuft, dies hat sich in Tests gezeigt.

Min und Max Memory konfigurieren

Stellen Sie sicher, dass der SQL Server genügend Memory bekommt, dass das Betriebssystem aber nicht zu leiden beginnt. Faustregel ist Memory Installed – 3GB = Max Memory. Wenn man die automatische Einstellung lässt, nimmt sich SQL was er bekommt. Wenn das Betriebssystem anfängt zu schreien, gibt er nach und nach frei, doch dann ist es meist bereits zu spät.

Temp DB auf 10GB und 4 Files verteilen, Autogrowth 1GB

Die Temp DB ist die meist belastete DB bei SharePoint, da jede Liste die in irgendeiner Art gruppiert oder sortiert ist, zuerst durch die Temp DB läuft. Machen Sie diese genug gross und verteilen Sie die DB auf mehrere Datenfiles. So wird die DB beim Start immer 10GB sein und wird somit durch die Wachserei und dadurch die Fragmentierung nicht langsam.

Lock Pages in Memory (für SQL Std. –T845) und Perform Volume Maintennance Tasks für SQL Account setzen

Lock Pages in Memory erlaubt dem SQL Server direkt Memory zu allozieren. Perform Volume Maintennance Tasks gibt SQL das Recht, beim Erstellen der DB Start und Endpunkt auf der Disk zu setzen, die Erstellung wird dadurch erheblich schneller. wird der Diskspeicher mit lauter Nullen aufgefüllt.

Traceflag 1117 (-T1117) für gleichmässigen Filegrowth

Dies ist ein Undocumented Flag und wird in den Startup Parametern der SQL Instanz gesetzt. Es garantiert den gleichzeitigen Growth mehrerer Datenfiles. Warum man mehrere Datenfiles machen sollte und wie, dazu später im Adventsblog. Wird dieses Flag nicht gesetzt, so füllt SQL alle Files gleichzeitig, wenn alle voll sind wächst File 1 und wird zuerst wieder gefüllt dann wächst File 2 etc… Das ist gerade nicht der Effekt, den man sich von mehreren Datenfiles erhofft.

Backupcompression einschalten

Das Backup wird schneller und kleiner. Was will man mehr? Dies geht zu Lasten der CPU, doch das ist vernachlässigbar.

Index Maintennance <=30% Reorganisation, sonst Rebuild

Der Index trägt nachhaltig zur Geschwindigkeit der Datenbanken bei. Man sollte darauf achten, dass periodisch die Indizes geprüft werden. Unter 30% Fragmentierung ist eine Reorganisation möglich, sonst muss der Index rebuildet werden.

Für den Indexrebuild empfhiehlt es sich, Max Degree of Parallelism wieder auf 0 zu stellen, da die Reorganisation bzw. der Rebuild schneller über die Bühne geht. Danach wieder zurück auf 1.

Update Statistics täglich, DBCC Checkdb vor Fullbackup

Mit Update Statistics wird der Einstiegspunkt festgelegt, damit nicht immer ein Fulltablescan gemacht werden muss. DBCC Checkdb verifiziert die Datenbanken auf ihre Konsistenz. ACHTUNG Repair with Dataloss ist im SharePoint nicht supportet!

To BLOB or not to BLOB

Zu guter letzt sollte man sich auch Gedanken über RBS machen. Es gab eine Studie, wonach Files < 1MB schneller vom SQL und >1 MB schneller vom Filesystem gestreamt werden. Auch kann der RBS auf günstigeren Disks liegen, was die Gesamtkosten der Infrastruktur senkt. Bitte aber genau prüfen, bevor man da einsteigt. Die Backup Restore Szenarien verkomplizieren sich nämlich durch RBS 😉

Und noch was zum Schluss: Never Virtualize an SQL Server (meine persönliche Meinung, die ein paar Cracks der Microsoft Consulting Services mit mir teilen…)

Das Disksubsystem

Disk Alignement

Auch auf dem Disksubsystem gibt es einiges zu beachten. Wenn nämlich mal der SQL mal sauber aufgesetzt und konfiguriert ist, kommt noch das Disksubsystem, auf welchem die Daten liegen. Of wird dies als “Grosser Kübel” hingestellt und gut ist. Dass sich aber Threads gegenseitig ausbremsen, daran denkt niemand. Beginnen wir mal ganz unten, nämlich beim Disk Alignement. Wurde das Disk Alignement falsch gemacht, verursachen sie dem Disksubsystem Schmerzen, da es defakto die selbe Info zweimal schrieben muss. Einmal auf die Partition und dann noch auf die physische Disk. Stellen Sie sicher, dass die Partitionierung mit einer Blockgrösse von 64KB gemacht wurde. Ältere Systeme haben eine Blockgrösse von 4KB was denkbar schlecht ist.

Hier die Performanceunterschiede mit Aligned und Unaligned Disks:

DiskPartitionAlignmentFig1.jpg

Microsoft hat ein Whitepaper zum Disk Alignement und SQL Server 2008 bereitgestellt, welches exakt zeigt, wie man es einstellt, prüft und korrigiert. Auch werden die Auswirkungen detailiert aufgezeigt.
Hier der Link: http://download.microsoft.com/download/C/E/7/CE7DA506-CEDF-43DB-8179-D73DA13668C5/DiskPartitionAlignment.docx

Performance, IOPS und Anzahl Disks

Es gibt ganz viele Hersteller, die behautpen, das beste Disksubsystem für SharePoint zu haben. Ich sage dazu nur eines: Kein RAID10, kein gutes Disksubsystem für SharePoint. Grundsätzlich geht es um Performance, und da ist RAID10 nicht zu überbieten, auch wenn es notabene das verschwenderischste ist, da die zwei Platten welche zusammen mehr performance ergeben und zusätzlich noch gespiegelt werden. Man kann also genau 50% des eingekauften Speicherplatzes effektiv nutzen, was eigentlich eine schlechte Ausbeute ist.

Wir wollen aber Performance und daher wird auch von Microsoft dringend RAID10 empfohlen. Dann können Sie auch als Grundregel nehem, was unter 140 MB/s Throughput hat ist zu langsam. Diese Rechenmethode hat ihre Grenzen, denn sie sagt alleine nicht viel aus.

Sicherer ist mit IPOS zu rechnen. Hier ist die Faustregel 2 IOPS pro GB Daten. Da wird schnell klar, dass wir schnell mal ein paar IOPS auf unserem Disksubsystem brauchen.

Wichtige Grundregel beim Disksubsystem ist auch die Anzahl Disks, nicht nur der benötigte Platz sonder die Anzahl Spindeln, welche den IO verarbeiten sind hier die wichtigen Faktoren.

Es empfiehlt sich, einige Tests mit SQLIO zu machen.
Zum Tool: http://www.microsoft.com/download/en/details.aspx?id=20163
zur Beschreibung: http://technet.microsoft.com/en-us/library/cc966412.aspx

So, nun habe ich erstmal genug losgelassen, ich lass euch das ganze erst mal verdauen.

So long, Samuel

SharePoint 15 – Private Viewing an den Collaboration Days 2011


Breaking News für die Collaboration Days 2011. Wir werden die Möglichkeit haben, in einem Private Viewing einen ersten Blick auf SharePoint 15 zu werfen (aktuelle Version: 14).

Was heisst Private Viewing? Das Ganze steht natürlich noch unter NDA, das heisst wir werden erhöhte Zutritts-Vorschriften für das Viewing haben. Die Teilnehmer müssen ein NDA unterzeichnet haben, oder dies vor Betreten des Vortragsraumes unterschreiben.

Das Viewing wird sehr exklusiv sein, wie und wann Sie zu einem Zugang kommen können werden wir Ihnen in den kommenden Tagen näher erläutern können. Die Information ist druckfrisch und brandheiss.

 

Also, sofort anmelden: http://www.collaborationdays.ch/SitePages/Anmeldung.aspx

So long, Samuel

2. Keynote der Collaboration Days 2011 ist gesetzt!


Die zweite Keynote der Collaboration Days ist gesetzt:

Es ist eine Lady und heisst Kristina Kerr. Sie ist Groupt Product Manager für SharePoint Enterprise.

Bio:

3b

Kristina Kerr is a Group Product Manager for SharePoint Enterprise. The SharePoint Enterprise team is responsible for FAST Search for SharePoint, SharePoint Business Intelligence capabilities, such as dashboards and scorecards, as well as composite applications, Duet Enterprise, and guiding future product direction for SharePoint Enterprise. Kristina joined Microsoft from Business Objects SA (now part of SAP) where she was responsible for product line marketing for strategic alliances such as SAP, Oracle, and IBM. Kristina graduated on the Dean’s List from the University of Victoria (Canada) business school

Steve Fox als Keynote Collaboration Days bestätig


Auch dieses Jahr steht unsere Community Arbeit wieder sehr im Zeichen der Collaboration Days. Mit unendlich viel Anstrengung arbeiten wir daran, die SharePoint Konferenz 2011 vom 29. und 30. November zum Erfolg zu machen. Auch Microsoft tut da ihren Teil dazu, wir konnten Steve Fox, Sr. Product Evangelist von Redmond wird Keynote Speaker der Collaboration Days 2011

Steve’s Blog: http://blogs.msdn.com/b/steve_fox/

 

Wir freuen uns auf eine spannende aufschlussreiche Keynote mit Steve!

So long, Samuel

sharepointszu bekommt Flügel


Es freut mich hier mitteilen zu können, dass ich selbstständig geworden bin. Am 15. September 2011 wurde die Firma Experts Inside GmbH gegründet. Zusammen mit MVP Kollege Christian Glessner (I Love SharePoint) wird sich Experts Inside um Dienstleistungen rund um SharePoint drehen. Mit dem MVP Status, allen möglichen Zertifizierungen in Sachen SharePoint und dem MCT sind wir gut gerüstet, jegliche SharePoint Aufträge entgegenzunehmen. Wir sind bereits kurz vor der ersten Silber Kompetenz in der Microsoft Partnerlandschaft und werden diese bestimmt ausbauen.

Ab sofort stehen wir für unsere jetzigen und zukünftigen Kunden mit qualitativ hochstehenden Dienstleistungen bereit. Das Logo ist schon fast fertig, und die Webseite wird auch bald folgen.

Sie erreichen uns über:

Samuel Zürcher: szu@expertsinside.com
Christian Glessner: cg@expertsinside.com

Wir freuen uns auf Sie
So long, Samuel

SharePoint 15 – Die nächste Welle zeichnet sich bereits ab


Wie der SharePoint Community bekannt wurde, sind die Spezialprogramme (für Technische Previews und Early Adopters etc.) von Microsoft angelaufen. Einem sehr exklusiven Kreis von Kunden wird in der nächsten Zeit eine Vorabversion von SharePoint 15 zur Verfügung gestellt werden.

Ähnlich wie bei SharePoint 2010 wird es auch bei der Version 15 von SharePoint einige Auserwählte geben, welche die Early Bits von der nächsten Office Wave (Office und SharePoint) erhalten.

Natürlich sind wir auch am abklären, ob wir ggf. an den Collaboration Days 2011 bereits einen Sneak Peak präsentieren können. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass Sie an der Schweizer SharePoint Konferenz zum ersten Mal etwas von SharePoint 15 sehen werden.

Wir werden natürlich wie immer alles geben, dass dies möglich wird.

Stay tuned, so long
Samuel