SharePoint Connections 2010 in Amsterdam

SharePoint Connections 2010 Amsterdam

Einstieg und Keynote

Vom 18. Bis zum 19. Januar 10 fand die SharePoint Connections in Amsterdam statt. Eine Keynote, 36 Sessions und 9 Solutions wurden in einem sehr  intensiven Programm vorgestellt. Developper, IT-Professionals und Functional waren die Ausrichtungen der Tracks.

In der Keynote prägte Mike Fitzmaurice den Satz „SharePoint, das Zentrum des Universums“. In einem Quilt präsentierte er eindrucksvoll die Entstehung von SharePoint. Die SharePoint Evolution begann mit eigenständigen Produkten, welche für sich alleine zwar gut waren, aber doch nicht für alle Bedürfnisse ausreichten. Diese sind dann über die Jahre zusammengewachsen und daraus ergab sich SharePoint, wie wir es heute kennen. Temaservices, Content Management Server, SharePoint Server 2001 machten dann den Sprung zu SharePoint Services 2.0 und SharePoint Server 2003. Dies waren aber immer noch zwei verschiedene Produkte. Erst mit SharePoint Services 3.0 und SharePoint Server 2007 kam das Ganze zu einem Produkt zusammen. SharePoint Foundation 2010 und SharePoint Server 2010 sind nun die konsequente Weiterentwicklung dieses erfolgreichen Produktes. SharePoint kann nun so viel abdecken BI, ECM, WCM, DMS, so viele Prozesse unterstützen, dass es wirklich das Zentrum des Universums geworden ist.

Ein Interview mit dem Key Note Speaker finden Sie auf www.sharepointcommunity.ch unter „ShareCast“

Einige Auszüge aus den Sessions

Mehrsprachigkeit

Die Mehrsprachigkeit hat endliche ein paar Updates erfahren, die Consultands und IT-Pros freuen wird. Trotzdem das Ganze immer noch auf den sehr unflexiblen Variations basiert, wurde der Redirect angepasst, dass der User automatisch auf die von ihm im Browser eingestellte Sprache wechselt. Ein zweiter Layer wurde im Bereich User Experience eingebaut, dass die Sprache des UI in den eigenen Einstellungen gewählt werden kann. Automatsich generierte Bibliotheken in Teamsites, Websiteaktiionen und UI Menüs werden automatisch in der gewählten Sprache angezeigt (achtung: Language Pack muss installiert sein). So wie es aber bisher aussieht, sind selbst gestaltete Schnellstart- und Toplevelnavigationen aber nach wie vor einsprachig. Das hält die Freude natürlich in Grenzen, denn ich habe noch selten eine Installation mit out-of-the-box Navigationen gesehen. Gerade dort wäre ein UI Update per Sprache sehr nötig. Zumindest die Taxonomie im sogenannten Termstore kann mehrsprachig geführt werden. Dies ist zumindest ein kleiner Trost.

Business Intelligenz

Die Business Intelligenz hat im Vergleich zu SharePoint 2007 einen riesen Sprung nach vorne gemacht. Mit der Integration des Performance Point Servers können nun sehr ausgefeilte Analysen und Drilldowns in SharePoint gemacht und dargestellt werden. Mit dem sog. Dashboard Designer können die Analysen gebaut und danach auf SharePoint publiziert werden. Viele Einstellungen und Berechnungen basieren auf SharePoint Listen und Inhaltstypen, was das Management SharePoint like macht. Auch Versionierung und andere SharePoint Funktionalitäten können genutzt werden. Der Performance Point Server setzt ganz stark auf die grafische Darstellung und es können über dutzende von Standards und APIs externe Daten angegriffen und verarbeitet werden. Natürlich wird, wie SharePoint 2010 allgemein, nur noch ein 64Bit System unterstützt, welchem min. ein SQL Server 2005 unterliegt. Auch die Excel Services wurden stark in die BI Welt integriert. So kann man jetzt gesamte Workbooks in den Excelservices anzeigen und bearbeiten. Jede Zelle hat eine eigene URL, was das Arbeiten per Code noch einfacher macht. Über die API REST können diese angesprochen werden. Auch hier wurde auf den Multiusersupport geachtet. Im sog. SharePoint SecureStore werden sicher Passwörter etc. (z.B. von SAP) abgespeichert, dass eine SSO Experience entsteht.

Best of SharePoint Designer

Der SharerPoint Designer wurde vollständig überarbeitet. Er avancierte von einem Spielzeug für Super User zu einem echten Administrations und Designtool für Developpers und IT Pros. Auch Super User kommen nach wie vor auf ihre Kosten. Alle Listen und Bibliotheken können per SP Designer verwaltet werden. So spart man Zeit mit dem Navigieren in den Einstellungen. Ganz heiss ist das Feature für das konditionale Formatieren. So können Werte in Listen nach bestimmten Formeln formatiert und angezeigt werden.

Web Content Management

Das Rich Authoring hat starke Updates erfahren. So können z.B. überall WebParts platziert werden. Jedes Richtext Feld wird zu einer Rich Experience. WebParts sind überall und Silverlight schafft die notwendige Atmosphäre. Die neue Asset Library ermöglicht das Verstauen von Site Bildern und Videos. Alles kann per „Durchsuchen“ vom Web verlinkt oder z.T. direkt vom Desktop hochgeladen werden. Das Metadatenmodell wurde stark verbessert, alle Inhalte können mit zentral gespeicherten Metadaten angereichert werden. Im sog. Termstore werden die Metadaten oder Tags abgespeichert. Seiten und einzelne Contents können mit einem Rating versehen werden. Die Seiten und Inhalte mit solchen Meta-Informationen können dann, abhängig der jeweiligen Metadaten, im content query Webpart angezeigt werden. So kann man z.B. abhängig von einem Site Titel zugehörige Wiki-Einträge oder Dateien anzeigen. Auch das Health Monitoring und die Usage Statistik ist verbessert worden. Das Developer Dashboard erlaubt die exakte Analyse einer Seite, z.B. welche Teile der Seite wie lange brauchen um zu laden. Videos können auch grösser als 2GB sein, diese werden dann nicht im SQL sondern in einem sog. BLOB Storage gespeichert. Das Management wird nach wie vor im SQL gemacht, dort wird aber lediglich ein Verweis auf das physische File im Filesystem abgespeichert. Für den Enduser gibt es keinerlei Veränderung, er sieht nicht, woher das File kommt. Auch können mittels Regeln Dokumente in passende Ordner gespeichert werden, was das Dokumentenmanagement stark unterstützt.

Datenverschlüsselung mit SQL Server 2008

Diese Funktion hat eigentlich nichts mit SharePoint direkt zu tun, denn hier macht der SQL Server 2008 die ganze Arbeit. Mit verschiedenen Verschlüsselungsmethoden lässt sich eine oder mehrere Datenbanken verschlüsseln. TDE nennt sich diese Methode (Transparent Data Encryption). Für SharePoint ist das Ganze durchsichtig, es muss nichts zusätzliches installiert oder konfiguriert werden. Auf dem SQL Server wird ein Master Schlüssel generiert, danach werden die einzelnen Content Datenbanken, welche sensible Daten enthalten, verschlüsselt. Die TempDB ist unabhängig der Content Datenbanken immer verschlüsselt, wenn TDE aktiviert wird. Der Overhead, welcher von der Ver- und Entschlüsselung generiert wird, bewegt sich laut Microsoft ca. zwischen 3-5%, was verkraftbar ist. Wichtig zu wissen, die Daten im RAM sind nicht verschlüsselt, mit einem Memory Dump könnte theoretisch auf die Daten zugegriffen werden, welche sich zu der Zeit im RAM befinden. Die Datenbankfiles können danach nur auf einem SQL Server restored werden, auf dem der Masterkey enthalten ist. Achtung, das Ganze funktioniert nur mit der Enterprise Edition von SQL Server 2008.

Sandboxing und Clientside Solutions

Mit Sandboxing sind Deployments gemeint, welche auf dem Server in einem eigenen virtuellen Bereich laufen. Business Agility geht meistens gegenläufig zur Stabilität. Noch schnell etwas umsetzen, rasch rasch noch eine Änderung einspielen, mit Sandboxing kein Problem mehr. Lösungen werden in einen geschützten Bereich eingespielt, wenn diese Fehler enthält ist max. diese Lösung nicht mehr lauffähig. Das Gesamtsystem ist nach wie vor verfügbar. Das Ganze ist noch sehr neu, über Overhead etc. ist noch wenig bekannt. Microsoft will Sandboxing klar pushen und sähe dies gerne an viel verschiedenen Orten eigesetzt. Die Praxis wird es weisen, jedenfalls die Ansätze sind sehr gut. Man kann es ein bisschen mit Server Virtualisierung vergleichen. Wenn der Trend so weiter geht, haben wir bald modularisierte Systeme mit einzeln abgeschlossenen Komponenten.

Business Continuity Planning

Auch das Business Continuity und Disaster Recovery Planning ist eigentlich keine SharePoint Angelegenheit. Doch wenn es mit SharePoint so weiter geht, sollte man sich dringend Gedanken darüber machen, denn laut Mike Fitzmaurice ist dies ja die Applikation im Zentrum des Universums. Wenn wir weiterhin ein so starkes Wachstum im SharePoint Bereich beobachten können, dann ist eines sicher: Ohne BC und DR Planung gibt es bestimmt ein Desaster.

Die Fragen die es hier zu stellen gilt sind: Wie viele Daten können wir verlieren (Recovery Point Objective RPO) und wie lange können wir auf ein wieder-lauffähiges System warten (Recovery Time Objective RTO). Beides beeinflusst die Menge an Schweizer Franken, die ich in die Hand nehmen muss. Je weniger Datenverlust und je schnelle die Wiederanlaufzeit, desto höher der Betrag, welcher dafür ausgegeben werden muss. Vor wem soll eigentlich das System gesichert werden? Vom Bad Guy innerhalb der Firma oder vom Bad Guy ausserhalb der Firma? Eigentlich beides. Doch am schlimmsten sind die Good Guys innerhalb der Firma. Wieso das? „Ich wollte doch nur kurz den letzten Sicherheitspatch einspielen“. Kommt Ihnen das bekannt vor? Der Good Guy, welcher nur noch schnell dies oder jenes erledigen wollte nimmt so nebenbei die gesamte Produktion herunter. Das sind Vorkommnisse, welche bestimmt öfter vorkommen als Sabotage und Angriffe von Aussen. Mehr über BC und DR Planning einmal in einem ausführlichen Blogpost.

FAZIT

Alles in Allem eine sehr gute und lehrreiche Veranstaltung. Viel Neues und Interessantes wird mit SharePoint 2010 auf uns zu kommen. Schade nur, dass man nicht alle Veranstaltungen gleichzeitig besuchen kann. Bilder und ein paar Videos können HIER angesehen und heruntergeladen werden. Für den Fall, dass ich die Rechte bekomme, werde ich auch die einzelnen Präsentationen der Sessions online stellen.

So long, Samuel Zürcher http://www.sharepointcommunity.ch

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